Samen zum keimen bringen I

Cycadeensamen brauchen teilweise viele Monate bis der Embryo reif ist. Encephalartos 4 – 6 Monate! Da man bei gekauften Samen meistens nicht den genauen Erntezeitpunkt kennt, braucht es also Geduld!!!

Der Samen wird 24 Stunden in warmen Wasser eingeweicht. Am besten eignet sich dazu eine Thermoskanne.  Die weiteren Schritte variieren, denn entweder kann man einen Beutel oder eine Schale verwenden und als Substrat Perlite oder Kokohum nehmen. Ich habe mit einer Anzuchtschale gearbeitet und die eingeweichten Samen auf Perlite gelegt und auf eine Heizmatte mit geringer Wärme gestellt. Gleichmäßige Wärme ist wichtig! Die Samen wurden regelmäßig besprüht, damit der Samen und somit der Embryo nicht austrocknet.  Dann heißt es Geduld haben, denn es kann einige Monate dauern bis sich was tut. Ist ein Keim zu sehen, wird der Keimling in einen Topf umgesetzt, wie an anderer Stelle beschrieben. (Beitrag „Gekeimten Samen eintopfen“ http://encephalartos.info/?p=212)

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Wann können die Pflanzen nach draußen?

Das ist eine Frage, die uns immer wieder gestellt wird. Als Faustregel gilt, das im Frühjahr die Nachttemperatur dauerhaft im 2-stelligen Bereich liegen sollte, damit die Pflanzen ins Freie können. Wenn es im Sommer mal kühlere Nächte gibt, macht das nichts aus, denn die Pflanzen sind dann schon an draußen gewöhnt. Auch im Spätsommer/Herbst brauchen sie nicht gleich wieder ins Haus wenn die Nachttemperatur unter 10° geht, solange die Tagestemperaturen warm sind und es sonnig ist. Ich räume sie wieder  ins Haus, wenn der Herbstregen einsetzt und es grau und kühl wird.

 

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Multihead Pflanzen

Von Multihead spricht man, wenn sich ein Caudex einer Pflanze in mehrere Köpfe geteilt hat. Für einige Pflanzenarten ist es ab einem bestimmten Alter typisch wie z.B. bei Zamia integrifolia (auch als Zamia floridana bezeichnet), bei anderen Pflanzenarten ist es untypisch, wie z.B. bei meinem Encephalartos cupidus. Als Grund für dieses untypische Verhalten gibt es verschiedene Vermutungen, die besagen, das es durch Verletzung des Caudex (beim schneiden von Blättern oder schneiden eines Cones) oder einer Erkrankung des Caudex hervorgerufen werden kann. Ich finde Multihead Pflanzen sehr schön und interessant.

Encephalartos cupidus:

cupidus_2013-08-08 12.23.14

E cupidus 2 head

 

 

 

 

 

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Vorbeugen einer Pilzerkrankung

Am häufigsten werden Cycadeen von Pilzerkrankungen befallen. Deshalb ist es wichtig, das alles, was beim umtopfen von Cycadeen verwendet wird, sauber ist. Ich habe eine Rosenschere, die ich nur für Cycadeen verwende und die ich regelmäßig gründlich reinige. Auch ein Pflanztopf sollte sehr gut gereinigt sein, bevor er für Cycadeen benutzt wird. Um Pilzerkrankungen vorzubeugen wird auch für Cycadeen zum gießen kein Regenwasser verwendet. Kaufe ich eine frisch importierte Pflanze, behandel ich sie vor dem eintopfen mit einem Pilzmittel.

Am wichtigsten ist es aber nie zu viel zu gießen, denn durch zu nasses Substrat fördert man eine Pilzerkrankung der Wurzeln und des Caudex!

 

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Ungeziefer an Cycadeen

Sind Cycadeen von Ungeziefer (meistens sind es Schildläuse oder Wollläuse) befallen, können Sie mit den entsprechenden in Gärtnereien erhältlichen Mitteln behandelt werden, wie auch jede andere Pflanze.

Um einem Befall von Trauermückenlarven vorzubeugen verwende ich Gelbtafeln, die nicht in jeden Topf gesteckt werden müssen, aber auf 2,50 m Fensterbank verteile ich 3 Gelbtafeln.

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Überwinterung von Cycadeen

Es gibt zwei Möglichkeiten der Überwinterung, entweder warm oder kühl.  Bei warmer Überwinterung sollten sie so hell (sonnig) wie möglich stehen und gegossen wird wie im Sommer einmal wöchentlich.  Die Wahrscheinlichkeit, das neue Blätter gebildet werden ist groß und es muss bei vielen Arten zusätzlich beleuchtet werden. Bekommen Cycadeen bei zu wenig Licht zu viel Wärme, werden Blätter braun, weil ein Ungleichgewicht besteht.

Bei der kühlen Überwinterung sollte die Temperatur bei rund 10° liegen. Dabei benötigen sie nicht so viel Licht, sollten aber auch nicht dunkel stehen und werden nur alle 4 Wochen sehr wenig gegossen. Ich hatte immer wieder kleine Pflanzen, die trotz der kühlen Überwinterung anfingen auszutreiben. Wenn ich das sehe, stelle ich sie in einen warmen Raum und sie bekommen in der ganz dunklen Jahreszeit zusätzliche Beleuchtung.

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Encephalartos lanatus

Es ist immer wieder zu hören und zu lesen, das Encephalartos lanatus Zicken sein können wenn sie umgetopft werden, denn sie reagieren darauf sehr gern mit dem Verlust der Blätter, um dann noch teilweise recht lange zu „schmollen“ bis ein neuer Austrieb erscheint. Als ich diese schöne Pflanze gekauft habe, sagte mir Peter Wisbar von exclusive-cycads.com, das er die Erfahrung gemacht hätte, das die Blätter nicht abgeworfen werden, wenn sie in Deutschland gebildet wurden. Trotzdem war ich doch recht unsicher und habe nach dem umtopfen die ersten 4 Wochen täglich geschaut, aber nichts tat sich, die Blätter waren nach wie vor wunderschön und sind es auch geblieben.

Nun fangen die Blätter langsam an sich zu senken und er macht sich Platz am Caudex (14 cm) für einen neuen Austrieb.

links im September 2013

rechts im Juni 2014

lanatus_2013-09-26 08.51.55 2014-06-19 13.41.00

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Koralloide Wurzeln

Bei vielen Cycadeenarten bilden sich korallenförmige Gebilde seitlich am Caudex, die entweder direkt unter der Substratoberfläche liegen oder auf dem Substrat wachsen. Dabei handelt es sich um sogenannte koralloide Wurzeln. Diese Wurzeln sind für die Pflanzen wichtig und sollten nicht entfernt oder beschädigt werden, denn sie enthalten für die Pflanze wichtige stickstofffixierende Cyanobakterien.

Wenn ich eine Pflanze umtopfe, achte ich immer darauf, das die koralloiden Wurzeln wieder dort liegen, wo sie auch vorher waren, entweder unter der Substratoberfläche oder auf dem Substrat.

Hier ein Beispiel von koralloiden Wurzeln bei einem Encephalartos laurentianus:

laurentianus_koralloidenwurzeln_6.10.10

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Gekeimten Samen eintopfen

Der Topf sollte mindestens 7x7x18 cm oder größer sein, also ein hoher Topf, da Cycadeen Pfahlwurzler sind! Als Substrat wird für einen Keimling entweder reines Kokohum, reines Perlite oder ein Gemisch aus Kokohum/Perlite verwendet. Den Samen so auf das Substrat legen, das der Samen ca. zur Hälfte und der Keim im Substrat sitzen. Ich gieße nicht, sondern besprühe den Samen und das Substrat einmal wöchentlich und stelle Keimlinge zum wurzeln auf eine Heizmatte oder im Winter auf einen Heizkörper. Sichtbar wird sich in den nächsten Wochen – bei einigen Arten auch Monaten – nichts tun, sondern die Pflanze ist damit beschäftigt Wurzeln zu bilden. Wenn der Keim oben aufplatzt oder sich ein kleiner Flusen bildet (abhängig von der Art), dann steht die Bildung des ersten Blattes bevor. Wenn das erste Blatt fertig ausgehärtet ist, kann der Sämling in sein endgültiges Substrat umgetopft werden. In der Zeit von den ersten Anzeichen eines Austriebs bis zur endgültigen Fertigstellung des Blattes sollte der Topf fest an seinem Platz stehen und auf keinen Fall gedreht werden. Das gilt auch für größere Pflanzen, da es sonst passieren kann, das das Blatt/die Blätter verdrehen. Wenn sich Anzeichen einer Blattbildung zeigen, muss so viel Licht wie möglich gegeben werden.

Nachfolgend Beispiele von gekeimten Samen, die kurz davor sind ein Blatt zu bilden:

Encephalartos laurentianus in reinem Kokohum

SONY DSC

Macrozamia macdonnellii in Perlite/Kokohum

macdonnellii_2014-06-01 15.24.48

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Cycadeen Umtopfen

Cycadeen haben neben dicken, rübenartigen Wurzeln auch sehr viele feine Wurzeln und deshalb ist Vorsicht geboten, das nicht zu viele dieser Wurzeln abbrechen oder abreißen. (Siehe auch den Beitrag über koralloide Wurzeln!) Das würde die Pflanze im Wachstum zurückwerfen. Viele Arten neben es ohnehin übel wenn sie umgetopft werden und das Wachstum stagniert dann erst einmal.

Ich mache es so, das ich die Hand mit gespreizten Fingern auf das Substrat lege, einen kleinen Caudex zwischen den Fingern habe und das alte Substrat langsam durch die Finger rieseln lasse. Bei großen Pflanzen lege ich den Topf auf die Seite, die Topfunterkante etwas erhöht. Dann kann man das meiste Substrat gut aus dem Topf herausklopfen.

Wenn die Pflanze in den neuen Topf gesetzt wird, sollte auch drauf geachtet werden, das das Substrat nicht zu kräftig angedrückt wird, um dabei nicht die Wurzeln zu beschädigen. Es ist besser am Topf ein wenig von außen zu klopfen, um das Substrat so zusammen zu rütteln. Ich halte die Pflanze am Caudex so lange hoch, bis der Topf gefüllt ist, sonst kann es schnell passieren, das die Wurzeln zusammenrutschen und die Pflanze zu tief im Topf sitzt.

Rosentöpfe, die höher sind als normale Blumentöpfe bieten sich besonders für Cycadeen an.

Nachfolgend ein Blick auf einen Wurzelballen eines Encephalartos lehmannii mit einem Caudex von 10 cm. Eine junge Pflanze hat natürlich noch ein viel feineres Wurzelgeflecht, das auch entsprechend empfindlicher ist.

lehmannii_wurzeln_8.11.12

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